Entdecken Sie den Naturpfad: Natur erleben!

Der Naturpfad

Der Naturpfad Rödgen mit einem Netz von Beobachtungspunkten exemplarisch wichtige Sachverhalte von Erd- und Landschaftsgeschichte, heutiger Nutzung der Landschaft und von Naturschutz-Maßnahmen verdeutlichen. Unser Begleitbuch erläutert anschaulich die oft abstrakten Zusammenhänge. Es lässt zahlreiche Wissenschaftler, Natur-Nutzer und -Schützer zu Wort kom-men. Wir wollen gemeinsam dazu beitragen, dass unsere Heimat intakt bleibt.

Als Begleitbuch zur Wanderung auf dem Naturpfad Rödgen enthält es neben den Fachbeiträgen auch eine Karte mit den Stops und die dazu gehörigen Erläuterungen. Im Gelände selbst sind diese Stops durch ein  Täfelchen mit unserem Emblem markiert sowie einer Nummer und einem QR-Code für Smartphone-Nutzer, sie erleichtern die Orientierung.

 

Danke 

Nachintensiven Recherchen und langer Vorarbeit liegt das Begleitbuch zum Naturpfad Rödgen nun fertig vor Ihnen. Ein herzlicher Dank an alle Autoren! Ein großes Dankeschön auch an alle Pächter und Eigentümer, die die Festlegung von Naturpfad-Stops auf ihrem Grund ermöglicht haben. Das gilt auch für die Gemeinde Großen-Buseck, die freundlicherweise die Einbeziehung des Kernberges möglich gemacht hat: unser schönster geologischer Aufschluss!

Dem Heimatmuseum Annerod danken wir für die Bereitstellung von Fundstücken von der Stein- und Bronzezeit bis zur mittelalterlichen Töpferei. Das Amt für Umwelt und Natur, das Tiefbauamt und das Liegenschaftsamt der Universitätsstadt Gießen sowie die Untere Naturschutzbehörde haben unsere Arbeit gefördert, uns in jeder Weise unterstützt und solide in der Verwaltung verankert. Der Vorstand des Fördervereins Heimatmuseum Rödgen hat sich in vielen Sitzungen, Geländebegehungen, Verhandlungen mit Behörden, aber auch finanziell für das Projekt eingesetzt. Die Umsetzung wäre aber ohne finanzielle Unterstützung von Privatpersonen, den Freien Wählern Rödgen, Stiftungen und Firmen nicht möglich gewesen.

Gießen-Rödgen, im August 2026

Der Vorstand des Fördervereins Heimatmuseum Rödgen

Unterstüzer 

Stop 1

Abb. 4.2-1: Blick vom Nordhang des Udersberges über die Udersbergstraße auf das Wiesengelände vor der Bahnlinie

Wegrand am Nordrand Udersberg, westlich Ortseingang: Blick auf Quellgebüsch auf der Wiese zwischen Udersbergstraße und Eisenbahn – UTM (WGS 84): 32 U 481 927 / 5605 309

Vom Waldrand aus kann man die Schichtenfolge unseres Gebietes gut erkennen (Abb. 4.2-1). Der Steilhang des Udersberges oberhalb des Weges besteht aus Basalt. Der Weg ist angelegt auf den unterlagernden Sanden. Sie reichen bis in die Wiese unterhalb der Udersbergstraße. Wo der Wiesenhang verflacht, beginnt die tiefste Schicht: der wasserundurchlässige Ton. Hier hat sich in einer kleinen Senke das Wasser gesammelt, das aus dem zerklüfteten Basalt und dem durchlässigen Sand austritt. Dort wachsen Weiden und wasserliebende Pflanzen. Das Vorkommen entspricht völlig dem Aschborn im Naturschutzgebiet (Stop 9). Aber auch hier bitten die Eigentümer, das Gelände nicht zu betreten.

Stop 2

Abb. 4.2-2: Bodendenkmäler am Udersberg

Rastplatz am Waldrand des Udersberges –UTM (WGS 84): 32 U 481 789 / 5604 997

Von der Bank gute Aussicht nach Südosten über Basaltkappen und den Südteil der Ortschaft (Ruhbanksweg) auf die geschlossene Basaltdecke des Bergwaldes. Auch der Udersberg selbst ist eine Basalt-Kappe, die auf der tonigen Unterlage nach Nordwesten abgeglitten ist (Begleitbuch Kap. 1). Ihre Basis liegt ca. 65 m unter dem Gipfelniveau des Bergwaldes.

Im Wald nördlich der Bank befinden sich vier kreisförmige Wälle, die  Betonfundamente umschließen. Hier haben amerikanische Treibstofftanks gestanden (T). Ein Betonklotz nahe dem Gipfel ist das Fundament einer Flakstellung aus dem 2. Weltkrieg (F). Am Nordost-Hang des Udersberges sind Reste einer Wall- und Graben-Anlage erhalten (Abb. 4.2-2: Roter Pfeil, 7-jähriger Krieg? Begleitbuch Kap. 2).

Während der Brut- und Setz-Zeit (Begleitbuch Kap. 3.10) bitte unbedingt auf den Wegen bleiben! Die Bodendenkmäler sind ohnehin nach dem Laubfall besser aufzufinden und zu begehen. Vorsicht an den steilen Hängen!

 

Stop 3

Basaltkappe auf Ton westlich unterhalb des Ruhbanksweges - UTM (WGS 84): 32 U 481 968 / 5604 685

Bei trockenem Wetter erkennt man deutlich den schwächeren Bewuchs der Basaltkappe, oft auch gelbe Verfärbung der Pflanzen auf der Anhöhe östlich gegenüber dem Asphaltweg, im Vergleich zu dem stärkeren, frisch-grünen Bewuchs auf Sand und Ton unter dem Basalt (s. Kap. 3.3). Auch der flache Buckel mit Weide und Reitplatz, der sich gleich südlich der Tafel quer über den Asphaltweg erstreckt, ist eine Kappe aus Basalt. Westlich unterhalb dieser Kappe gibt es nach Regenfällen zahlreiche Feuchtstellen (Wasserführung im klüftigen Basalt und unterlagerndem Kies/Sand, Kap. 1).

Stop 4

Artenreiches Grünland (siehe Begleitbuch Kap. 3.3) –UTM (WGS 84): siehe Stop 5

Im Südwesten der Rödgener Ortslage haben sich durch eine extensive Beweidung und Mahd besonders artenreiche Wiesen und Weiden erhalten. Im Frühjahr blühen u. a. der Knollige Hahnenfuß und der Körnchen-Steinbrech (Saxifraga granulata) (Abb. 4.2-3) in großer Zahl, im Hochsommer die Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) (Abb. 4.2-4) und der Kleine Klappertopf (Rhinanthus minor) (Abb. 4.2-5). Besonders bemerkenswert sind die Vorkommen des Gestreiften Klees (Abb. 3.3-3 auf Seite 55), einer niedrig-wüchsigen, im Frühsommer weiß blühenden Art. Diese Art ist bundesweit im Bestand gefährdet.

Stop 5

Wegekreuzung bei Stop 3: Blick nach Nordwesten auf dasRheinische Schiefergebirge – UTM (WGS 84): 32 U 481 847 / 5604 625

Blick nach Westen über das Gießener Becken (Abb. 4.2-7): im Vordergrund das neu  bebaute Alte Flughafen-Gelände, dahinter folgen die Wieseck-Aue (Baumstreifen) und die Häuser von Wieseck. Dahinter liegt der Höhenrücken mit Bismarckturm und dem Evangelischen Krankenhaus sowie dem Ortsteil Wettenberg. Am Fuß dieses Rückens verläuft die östliche Randstörung des Rheinischen Schiefergebirges (Kap. 1), die steil zum Betrachter hin einfällt. An dieser Störung (vordere rote Linie) ist die Hessische Senke (Deckgebirge) gegenüber dem Schiefergebirge (Grundgebirge) um ca. 100 m abgesunken.
Deshalb ist im Vogelsberg und seinem Westrand um Rödgen die Basaltdecke noch erhalten, während auf dem Höhenrücken Bismarckturm-Wettenberg nur noch die Förderschlote (Vetzberg und Gleiberg) erhalten sind. Sie haben die „Gießener Grauwacke“ durchschlagen (Devon bis Unterkarbon, verbaut z. B. im Gießener Zeughaus). Die ehemals über den Schloten gelegenen Vulkankegel sind bereits abgetragen.
Noch weiter westlich dahinter folgt jenseits einer weiteren Störung (dünne gelbe Linie) ein tieferes Stockwerk des Rheinischen Schiefergebirges, gekrönt von der Kappe des Dünsberges aus Kieselschiefer der Unterkarbon-Zeit (hier ca. 345 Mio. Jahre). Sie bilden einen Kluft-Grundwasserspeicher, der die Brunnen der keltischen Höhensiedlung gespeist hat.
Die Windräder am Horizont stehen auf dem Höhenrücken der Hörre (zum größten Teil verdeckt). Im Hintergrund ganz im Süden (links) der Westerwald.

 

Stop 6

Insektenhotels südlich unterhalb Sitzbank und Tisch am Abzweig des Weges bergab Richtung Firma Canon – UTM (WGS 84): 32 U 481 748 / 5604 479

Insektenhotel ohne Insekten! Sie fehlen immer mehr (Landverbrauch, Pestizid-Einsatz, Klimawandel…). Dies schadet auch der Vielfalt und Anzahl der insektenfressenden Vögel.

Stop 7

Blick auf Gehölz mit Zentralbaum und Schlehenwall, Bauwagen und Holzschiff Kindergarten – UTM (WGS 84): 32 U 481 880 / 5604 468

Bauwagen und heute auch Holzschiff des Kindergartens stehen vor einem typischen Feldgehölz (Begleitbuch Kap. 3.2, Abb. 3.2-1 auf Seite 47): um einen Zentralbaum (meist Eiche) ist ein Gebüsch von Schlehen (= Schwarzdorn) gewachsen. Es bietet Rehen, Wildschweinen, Kaninchen und Kindern Schutz.

Stop 8

Krautschicht im Laubwald (siehe Begleitbuch Kap. 3.3) –UTM (WGS 84):  siehe Stop 9

Besonders im Frühjahr ist ein Gang durch die Waldflächen bei Rödgen ein Erlebnis – wenn am Waldboden zahlreiche Pflanzenarten blühen und die Laubbäume ihre neuen Blätter entfalten. Hierzu zählen z. B. Buschwindröschen (siehe Begleitbuch Kap. 3.3, Abb. 3.3-5 auf Seite 58), Knöllchen-Scharbockskraut (Ficaria verna) (Abb. 4.2-8), Dunkles Lungenkraut, Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) (Abb. 4.2-9), Große Waldmiere (Rabelera holostea) (Abb. 4.2-10), Waldmeister (Galium odoratum) (Abb. 4.2-11) oder Zwiebel tragende Zahnwurz (Cardamine bulbifera) (Abb. 4.2-12 ).

Stop 9

Wegrand am Waldrand (Bereich Altenfeld) nördlich des Aschborns – UTM (WGS 84): 32 U 481 713 / 5604 095

Vom Waldrand aus Überblick auf das Naturschutzgebiet Aschborn-Uderborn (Begleitbuch Kap. 3.12). Folgt man dem Feldweg bergab nach Westen bis zu einer Kreuzung, hat man eine gute Aussicht auf die Feuchtwiesen des „Uderborn“-Gebietes. Auf Sand und Ton liegen Quellaustritte, welche die weiter unterhalb gelegenen „Türck'schen Teiche“ speisen. Die Teiche sind in Privatbesitz, bitte nicht betreten!
Von der Kreuzung nach Süden nähert man sich dem „Aschborn“, einem Quellaustritt, der von den Sanden im Hang oberhalb genährt wird: typische Feuchtstellen-Vegetation mit Weidengehölz.


Im Naturschutzgebiet bitte auf den Wegen bleiben!

Stop 10

Ehemaliger Basalt-Steinbruch – UTM (WGS 84): 32 U 482 840 / 5604 231

Der „Baggersee“ (Begleitbuch Kap. 3.11) ist ein mit Grundwasser gefüllter Steinbruch (jetzt Angelteich). Der Basalt reicht hier um mindestens 10 m tiefer als in den benachbarten Resten der ehemaligen Basalt-Decke. Es handelt sich entweder um die Lava-Füllung einer Senke oder um eine Lava-Förderspalte. Die Steinbruchswand westlich des Pavillons zeigt sehr unregelmäßige Ansätze zur Säulenbildung. 

Bitte halten Sie das Gelände sauber. Baden verboten!

Stop 11

Ackerwildkräuter auf der Pfingstweide, Acker nördlich des Weges –UTM (WGS 84): 32 U 482 666 / 5604 216

„Auf der Pfingstweide“ und „Auf dem Kuhlager“ – so heißen einige der Flurnamen für die höchstgelegenen landwirtschaftlich genutzten Flächen in der Rödgener Gemarkung (häufig Klatschmohn Abb. 4.2-13). Besonders interessant sind hier Vorkommen seltener Ackerwildkräuter auf den Flächen, die nach Ökolandbau-Kriterien bewirtschaftet werden. Darunter der Acker-Hahnenfuß, der Sardische Hahnenfuß (Ranunculus sardous) (Abb. 4.2-14), die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) (Abb. 4.2-15), das Spießblättrige Tännelkraut, die Kleine Wolfsmilch oder das Gewöhnliche Katzenmaul.

Stop 12

 Wegrand nordöstlich des Bauschuttgeländes (ehemaliger Steinbruch) südlich der Alten Eiche – UTM (WGS 84): 32 U 482 429 / 5604 247

In einer Gabione sind Gerölle aus dem Rheinischen Schiefergebirge ausgestellt (Begleitbuch Kap. 1), die von Vorstandsmitgliedern des Fördervereins Heimatmuseum persönlich aus dem gefrorenen Acker gehackt worden sind (Abb. 4.2-16)!


Füllung der Gabione: Von links nach rechts: weißer Gangquarz (Füllung von Rissen, die bei der Faltung des Rheinischen Schiefergebirges entstanden sind, helle Kieselschiefer (meist mit brauner Patina von Eisenoxid), und schwarze Kieselschiefer (Meeresablagerungen aus der Unterkarbon-Zeit ) sowie roter Eisenkiesel (Ausscheidung aus heißen untermeerischen Quellen, die im Unterkarbon das Eisen aus Basalt-Vulkanen am Meeresboden herausgelöst haben).


Gelbweiße kantige Brocken mit eckigen Löchern bestehen – wie der Gang-quarz und die Kieselschiefer – aus SiO₂ („Kieselsäure“). Sie ist beim Ausfließen der Basaltlava durch heißen Wasserdampf aus dem Basalt gelöst worden und hat sich in den Zwickeln zwischen Basaltbrocken wieder abgeschieden. Das Basaltmaterial ist durch Verwitterung abgebaut worden und hat die Löcher hinterlassen.

Andere Geröll-Typen sind im sauren Wasser völlig aufgelöst (Kalkstein), oder zum großen Teil mechanisch zerrieben worden (Tonschiefer, Sandsteine, Grauwacken). SiO₂-reiche Gesteine sind sowohl unlöslich in saurem Grund- und Regenwasser als auch hart. „Nur die Harten kommen in den Garten!“
Die Gerölle stammen aus dem Rheinischen Schiefergebirge. Sie sind durch schnell fließende kleine Flüsse von Westen (Schiefergebirge) nach Osten (Rödgen, Vogelsberg) transportiert worden. Das heutige dazwischenliegende Gießener Becken kann also vor der Basaltförderung (vor 15 – 17 Mio. Jahren) noch nicht existiert haben.


Achtung: Die Basaltbrocken in der Gabione dienen nur als Unterlage; tatsächlich liegt im Gelände der Basalt über den Geröllschichten!

 

Stop 13

Abb. 4.2 -17: "Alte Eiche"

„Alte Eiche“ – UTM (WGS 84): 32 U 482 332 / 5604 364

Die „Alte Eiche“ (Abb. 4.2-17) von Rödgen ist eine Stieleiche und etwa 350 Jahre alt. Der Baum ist etwa 15 m hoch, bei einer Kronen-Breite von 15 m. Der Umfang in Brusthöhe beträgt 6,30 m. Der Baum ist noch  vital, aber der Stamm ist in schlechtem Zustand. Wie lange er noch dem Klimawandel widerstehen kann, ist ungewiss.

Stop 14

Asphaltweg bergauf südöstlich oberhalb Sportplatz - UTM (WGS 84): U 32 482 426 / 5604 669

Naturbelassener Wald. Liegengebliebenes Stamm- und Astholz bieten Nahrung für Pilze (Begleitbuch Kap. 3.5), schützen den Boden vor dem Austrocknen und bieten Wohnraum für Insekten und Vögel (Kap. 3.9). Die Stop-Tafel hängt an einem Baum, der von der Grünalge Trentepohlia besiedelt ist (Kap. 3.6). Die rote Färbung stammt von einem organischen Farbstoff, der das Chloro-phyll (Blattgrün) der Alge überlagert. Die Alge ernährt sich nur vom Sonnenlicht (Photosynthese). Die Baumrinde wird nicht angegriffen.

Stop 15

Waldrand östlich des Wasserbehälters Rödgen - UTM (WGS 84): 32 U 482 579 / 5604 765

Der Weg verläuft am Nordrand der Hochfläche, auf der noch Reste der ursprünglich viel dickeren Basaltlava-Bedeckung erhalten sind. Bergab in Richtung Dorf folgt ein Steilabfall, darunter mehrere schmale Streifen von Basalt, die vom Rand der Basaltdecke abgeglitten sind. Weil die Gleitflächen schaufelartig gekrümmt sind, sind die ehemals horizontalen Oberflächen der Leisten bergwärts angekippt worden (siehe Begleitbuch Kap. 1, Abb. 1-16).

Stop 16

Weg am Westrand des Bergwald-Kammes - UTM (WGS 84): U 32 482 711 / 5604 722

Senkrecht zum Weg im Hochwald verläuft ein max. 1 m hoher Wall, im Süden begleitet von einem flachen Graben. Im Osten biegt der Wall um und quert bergab den durch Schranken gesperrten Forstweg am Nordhang des Bergwaldes bis hinunter auf den „Fuchssteig“ . Innerhalb der Anlage wurden unbenutzte Musketenkugeln gefunden. Wall und Graben sind möglicherweise die provisorische Befestigung eines Militärlagers aus dem 7-jährigen Krieg (Begleitbuch Kap. 2).

Stop 17

Aussichtspunkt: Wegekurve südlich Stop 16- UTM (WGS 84): 32 U 482 745 / 5604 660

Blick nach Südwest: im Hintergrund der Große Feldberg (Taunus), davor rechts Bergrücken des Schiffenberges (Basalt) und links die Kirchturm-Spitze von Annerod. Der Ortskern von Annerod liegt versteckt in einem tiefen Taleinschnitt, der sich in die weichen Sedimentschichten unter dem Basalt eingeschnitten hat. Dieses Tal ist zu eng für Viehwirtschaft und Ackerbau, bietet aber Schutz vor kalten Winden aus dem Vogelsberg (Abb. 4.2-18).

Stop 18

Vom Weg nach Süden Aussicht auf Kernberg, Ganseburg, Hoher Vogelsberg und Hochtaunus - UTM (WGS 84): 32 U 482 888 / 5604 725

Bewaldete Kuppen (bestehend aus Basalt) liegen auf Kies/Sand- und Ton-Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden – das ist das typische Landschaftsbild der westlichen Ausläufer des Vogelsberges (Abb. 4.2-19).

Stop 19

Asphaltierter Feldweg nördlich des Ausweich-Sportplatzes - UTM (WGS 84): 32 U 482 981 / 5604 615

Vogelknöterich und Gras sprengen die Asphalt-Decke über dem ehemaligen Mittelstreifen eines landwirtschaftlichen Weges. In den ehemaligen Fahrspuren des Weges ist der Boden so stark verdichtet worden, dass dort keine Pflanzen wachsen können (Begleitbuch Kap. 3.13, Abb. 3.13-4 auf Seite 138).

Stop 20

Alter Basaltsteinbruch im Kernberg - UTM (WGS 84): 32 U 484 249 / 5604 695

Die Westwand des alten Steinbruches ist von Steinschlag gefährdet – bitte das Holzgeländer nicht überschreiten! Die Wand zeigt mehrere Lavaströme aus „Lungstein“ mit rundlichen Löchern, die durch Ausgasung von CO₂ aus der Lava entstanden sind. Stellenweise kann man sehen, dass die Gasblasen sich im oberen Teil des Basaltstromes angereichert haben. Dabei muss die Lava noch flüssig gewesen sein.

Stop 21

Versumpftes Quellgebiet in Kleingarten-Siedlung oberhalb des Weges zum Schützenhaus  - UTM (WGS 84): 32 U 482 690 / 5605 210

Wasseraustritt aus Kies/Sand und der darüberliegenden Basaltleiste. Das Wasser fließt im Graben in Richtung des Dorfes ab.

Stop 22

Versumpftes Quellgebiet („Im Junkernweiher“) unter einer Basaltleiste im südlich angrenzenden Hang –  UTM (WGS 84): 32 U 482 529 / 5605 143

Eine große Tafel (aufgestellt vom Naturschutz-Bund NABU) erläutert das potentiell große Artenspektrum eines Feuchtgebietes. 25 m östlich der Tafel wird der Fahrweg gequert von der Entwässerungsrinne des Quelltümpels, die unter dem Weg hindurch schräg bergab zu einem umzäunten Teich beim Spielplatz führt und von dort bergab in die Kanalisation.

Stop 23

Brunnen beim Feuerwehrhaus– UTM (WGS 84): 32 U 482 450 / 5605 313

Der Brunnen wird gespeist von einer verdeckten Quelle auf dem Gelände der Feuerwehr. Kein Trinkwasser! Das Wasser fließt ganzjährig und belegt die große Speicherkapazität der Basalt-Leisten mit ihrer Sand- und Kies-Unterlage am Hang oberhalb. Die Stops 21 – 23 machen klar, warum der Ortskern von Rödgen auf einem „ungemütlichen“ Nordhang gebaut worden ist – aber wer will schon Wasser schleppen?

Stop 24

Bärner Straße westlich der Einmündung des Brunnenweges –  UTM (WGS 84): 32 U 482 189 / 5605 024

Die Straße ist auf dem festen Untergrund einer Basaltleiste angelegt worden (Begleitbuch Kap. 1). Südlich oberhalb der Straße steigt das Gelände an, nach Norden fällt es ab. Diese Steilhänge werden von den Kies-, Sand- und Tonschichten gebildet, auf denen die Basaltleiste abgeglitten ist. Basalt und Kies/Sand führen Wasser, das auf dem undurchlässigen Ton austritt („Brunnen-Weg“!).

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